robert schneider

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Robert
S c h n e i d e r


Nachlese

Lesung und Buchpräsentation

Freitag, 22. Oktober 2004


 

Den Roman in Stimme gehüllt, original und spannend, so erleben wir Sprachkunst an diesem Abend. Sprache Dynamit gefüllt, wo Nobel nicht ausreicht, erzählt Parabel und Geschichte und lässt staunen und erschauern, vor allem erkennen.

Fein ausgesucht der Querschnitt, den Robert Schneider liest. Das bittere Credo der Macht in Religion und Menschlichkeit, eben diese vergessend, wird heutig. Er ist ein begnadeter Erzähler.  Humor delektierlich, präzise Recherche und blendende Beobachtung so ins Wort gebettet, dass ich die Maulschelle auf der Wange spüre, die Jan ob seines 'Berufswunsches' Kristus werden zu wollen, einfängt.

Die Veranstaltung in der Tyrolia ist ausverkauft. Das Publikum geniesst die Zugaben und der Autor plaudert und erzählt später Anekdoten zur Entstehung des Romans. So schätzt er die Lektorin hoch. Dabei hatte diese zu Beginn der Arbeit eingewandt, dass Lesen müde mache. 'Das Buch jetzt weglegen, ausruhen, dann weiter lesen!', war die praktische Rezeptur des Autors. Der Bann war gebrochen. Ein anderes Mal korrigierte sie eine ungenaue Formulierung dezent fragend: "Wie soll ich's mir vorstellen, wenn ihr greiser Fürst sich munter aufs Pferd schwingt?"

Schade, der genüssliche Abend ist schon zu Ende. Es wird ein anderer kommen und das Buch unterm Arm - mit Widmung - verspricht ...

 

 

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